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Sophie Koch mit Rang vier in Tokyo 2021


Die 23jährige Sophie Koch (Rheinrüder Karlsruhe), die 1997 in Parchim geboren wurde und 2007 mit dem Paddeln unter dem Schweriner Trainer Michael Zachrau mit dem Paddeln begann, brillierte bei der Olympia-Premiere des Frauen-Canadiers.

 

Mit ihrer Berliner Canadier-Partnerin Lisa Jahn wurde sie im C 2 über die 500 Meter hervorragende Vierte, hinter Xu Shixiao/Sun Mengya (China), Ljudmilla Luzan/Anastasija Tschetvervikova (Ukraine) und Laurence Vincent-Lapointe/Katie Vincent (Kanada). Vierzehn Boote aus 14 Ländern wetteiferten dabei um die Medaillen in dieser kanurennsportlichen Disziplin.

 

Auch im Canadier-Einer gut dabei

 

Im Canadier-Einer über 200 Meter war Sophie in Tokyo zudem am Start. Dort erreichte sie im Feld der 32 Starterinnen aus 24 Ländern das Viertelfinale und belegte im dortigen dritten Rennen Rang vier.

 

Erste Olympiasiegerin in einem Frauen-Canadier wurde übrigens die US-Amerikanerin Nevin Harrison. Sie siegte im Canadier-Einer über 200 Meter am 5.August 2021!

 

Bereits gute Platzierungen für Sophie in den letzten Jahren

 

Im noch jungen Frauen-Canadier, der 2010 Aufnahme in das WM-Programm fand, feierte Sophie schon einige gute Platzierungen. Sie wurde bei den Elite-EM 2018 im C 2 über 200 Meter und 500 Meter jeweils Vierte und konnte bei den Elite-WM im gleichen Jahr im C 2 über 500 Meter Sechste werden. In diesem Jahr gab es unter anderem auch einen dritten Rang beim Weltcup in Szeged Mitte Mai und den Vize-Europameistertitel. Bei den Finals in Duisburg wurde Sophie deutsche Sprint-Meisterin im Canadier-Einer.

 

Und aktuell in Tokyo reichte es zu einem ausgezeichneten vierten Platz, wurde Bronze nur knapp verfehlt. MV hat damit nach dem dreifachen Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer (SC Neubrandenburg, 1996, 2000, 2004) oder nicht zuletzt nach dem gebürtigen Schweriner Peter Kretschmer (Olympia-Gold 2012) nun auch eine erfolgreiche Canadierin aus Schwerin.

 

Kanu-Rennsportlerinnen aus M-V bei Olympia

 

In der Vergangenheit, zumindest zwischen 1972 und 2012, waren Medaillen-Erfolge bei Olympia für Kanu-Rennsportlerinnen und Kanu-Rennsportler aus Neubrandenburg, Rostock und Schwerin ohnehin „an der Tagesordnung“.

 

Gerade die Kanu-Rennsportlerinnen vom SC Neubrandenburg oder vom SC Empor Rostock sorgten oft für grosse olympische Erfolgsmomente.

 

Olympische Erfolge für Kanu-Rennsportlerinnen aus M-V seit 1972

 

Den Auftakt machte 1972 in München Ilse Kaschube vom SC Neubrandenburg, die zusammen mit Petra Grabowsky Silber im K 2 über 500 Meter hinter der UdSSR gewann.

 

In Montreal 1976 gab es dann ebenfalls die erste olympische Goldmedaille im Frauen-Kanu-Rennsport aus M-V-Blickwinkel. Carola Zirzow vom SC Neubrandenburg war seinerzeit die Beste im K 1 über die 500 Meter und belegte zudem mit ihrer Vereinskollegin Bärbel Köster Rang drei im K 2 über 500 Meter.

 

1980 in Moskau kam die insgesamt sechsfache Weltmeisterin Roswitha Eberl (SC Empor Rostock) zwar nicht zum Einsatz, war aber im erweiterten olympischen Kanu-Aufgebot der DDR.

 

Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 durften – auch hier spielte die Politik leider die Hauptrolle – Kanu-Rennsportlerinnen und Kanu-Rennsportler aus M-V nicht starten.

 

Allerdings: Bei den dezentral organisierten „Wettkämpfen der Freundschaft“ in neun verschiedenen realsozialistischen Länder, de facto die „Gegen-Olympiade“ des „Ostblocks“, wurden auch Medaillen im Kanu-Rennsport vergeben.

 

Die Wettkämpfe wurden dabei in Berlin-Grünau organisiert. So kam Kathrin Giese vom SC Neubrandenburg, die zwischen 1981 und 1985 vierfache Weltmeisterin im Vierer-Kajak wurde, zusammen mit Birgit Fischer, Carsta Kühn und Heike Singer auf Platz zwei im K 4 über die 500 Meter hinter der UdSSR.

 

Von Seoul 1988 nach Sydney 2000

 

In Seoul 1988 waren dann Ramona Portwich und Anke von Seck vom SC Empor Rostock überaus erfolgreich. Anke von Seck (damals noch Anke Nothnagel) triumphierte zusammen mit Birgit Fischer im K 2 über 500 Meter. Auch im K 4 über 500 Meter gab es Gold für Anke von Seck, zusammen mit Ramona Portwich, Birgit Fischer und Heike Singer.

 

Vier Jahre später, in Barcelona 1992, triumphierte Ramona Portwich zusammen mit Anke von Seck im K 2 über die 500 Meter. Ausserdem gelang Silber im K 4 über 500 Meter in der Besetzung Katrin Borchert (SC Neubrandenburg, in Waren an der Müritz geboren), Birgit Schmidt, Anke von Seck und Ramona Portwich.

 

In Atlanta 1996 jubelte Ramona Portwich hingegen über Gold im K 4 über 500 Meter (mit Birgit Schmidt, Anett Schuck und Manuela Mucke) und über Silber im K 2 über 500 Meter (mit Birgit Schmidt). Die inzwischen für Australien startende Katrin Borchert kam dort zusammen mit Anna Wood auf Rang drei. Diese Platzierung wiederholte Katrin Borchert, wiederum für Australien am Start, 2000 in Sydney im K 1 über 500 Meter.

 

Zu den MV-Kanuten

 

Ja, M-V ist eben ein traditionsreiches Kanusport-Land bei Frauen und - "natürlich" nicht zuletzt bei den Herren, die zudem viele Erfolge unter den fünf olympischen Ringen feierten, so der schon erwähnte Andreas Dittmer (Neustrelitz, Neubrandenburg), Rüdiger Helm (Neubrandenburg) – 3 x Gold, 3 x Bronze – 1976/80 oder Bernd Olbricht - 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze - 1976/80 (alle SC Neubrandenburg).

 

Zwei Rostocker 1964, 1968 und 1976 mit guten Platzierungen Erich Suhrbier, 1938 in Rostock geboren, für die WSV Rheintreue Düsseldorf startend, nahm sowohl 1964 in Tokyo (Vierter im Kajak-Einer über 1000 Meter) als auch 1968 in Mexico-City (Kajak-Vierer 1000 Meter) teil. Hans-Jürgen Tode (SC Empor Rostock) schaffte hingegen 1976 Rang fünf im Zweier Canadier über 1000 Meter.

 

„Druschba-Wettkämpfe“ statt Olympia 1984 – auch für die Kanu-Herren

 

In (Ost-)Berlin, auf der Regatta-Strecke in Berlin-Grünau, fanden seinerzeit die Wettkämpfe der „Druschba-Wettkämpfe“ im Kanu-Rennsport statt, die von der DDR und der Sowjetunion beherrscht wurden – wie bereits erwähnt.

 

Die DDR-Kanutinnen bzw. -Kanuten schafften 6 x Gold, 5 x Silber, 1 x Bronze und der „Große Bruder“ aus der UdSSR „nur“ 6 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze. Medaillen sicherten sich auch Polen (3 x Silber, 2 x Bronze), Ungarn (1 x Silber, 5 x Bronze), die Tschechoslowakei (2 x Bronze) und Kuba (1 x Bronze).

 

Rüdiger Helm nach dreimal Olympia-Gold 1984 mit zweimal „Druschba“-Gold Rüdiger Helm (SC Neubrandenburg), der 1976 in Montreal bzw. 1980 in Moskau bei den Olympischen Spielen 3 x Gold, 3 x Bronze erkämpfte, gewann in Berlin-Grünau 1984 im Kajak-Einer über 1000 Meter – in der Disziplin, in der Alan Thompson (Neuseeland)

 

1984 bei Olympia Platz eins belegte… Eine zweite Goldmedaille erreichte Rüdiger Helm im Kajak-Vierer über die 1000 Meter, gemeinsam mit Jens Fiedler, Peter Hampel und Hans-Jörg Bliesener (Sieger in dieser Disziplin in L.A. – Neuseeland).

Weitere erfolgreiche Kanutinnen und Kanuten in Berlin-Grünau Im Kajak-Vierer über 500 Meter belegte die DDR mit Birgit Fischer, Carsta Kühn, Heike Singer und Kathrin Giese (SC Neubrandenburg), die zwischen 1981 und 1985 vierfache Weltmeisterin im Vierer-Kajak wurde, hinter der SU Platz zwei.

 

Von 1988 bis 2012

 

Bei den „richtigen“ Spielen von 1988 bis 2012 schrieben dann zahlreiche Sportlerinnen/Sportler aus M-V Kanu-Geschichte, wie die schon erwähnten Ramona Portwich, Anke von Seck, Katrin Borchert, Olaf Winter (gebürtiger Neustrelitzer, Olympiasieger 1996 im Vierer-Kajak) Andreas Dittmer, Stefan Uteß (Olympia-Dritter im Zweier Canadier über 1000 Meter) oder Martin Hollstein (SCN, Olympiasieger 2008 Kajak-Zweier über 1000 Meter, und Olympia-Dritter 2012 auch im Kajak-Zweier über 1000 Meter).

 

Schweriner Peter Kretschmer in London mit Gold

 

Und bei den olympischen Wettbewerben 2012 im Dorney Lake bei Windsor, gewann der gebürtige Schweriner Peter Kretschmer, der für den SC DHfK Leipzig startet, mit Kurt Kuschela (KC Potsdam) Gold im Zweier-Canadier über 1000 Meter. Schwerin hat dabei ohnehin eine gute Kanu-Tradition: Schon im Mai 1920 wurde in der mecklenburgischen Landesmetropole der „Kleinsegel- und Kanu- Verein Schwerin“ gegründet.

 

Nicht zu vergessen: Der gebürtige Greifswalder, also auch ein „Mvler“, Peter Weigand (1941-2011) war für das U.S.-Team bei den Olympischen Spielen`68 in Mexico-City aktiv (Kajak-Zweier über 1000 Meter)!

 

… Olympia 2021 im Rückblick

 

Bei den olympischen Wettkämpfen im Kanu-Rennsport 2021 in Tokyo reiften indes nicht alle Medaillen-Träume der deutschen Mannschaft. Zwar gab es einen kompletten Medaillen-Satz – Gold im K 4 über 500 Meter durch Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher, Max Lemke, dazu Silber im K 2 über 1000 Meter durch Max Hoff bzw. Jacob Schopf und Bronze im C 2 über 1000 Meter durch Sebastian Brendel bzw. Tim Hecker – aber die Erwartungen waren doch etwas höher.

 

Erfolgreichste Nation im Kanu-Rennsport bei Olympia 2021 wurde Ungarn mit dreimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze. Die „restlichen“ neun Goldmedaillen erkämpften Neuseeland (drei), Kuba, Australien, Brasilien, die USA, China und Deutschland (je eine).

 

Die Neuseeländerin Lisa Carrington, bereits Olympiasiegerin 2012 bzw. 2016 im K 1 über 200 Meter (dazu Bronze 2016 im K 1 über 500 Meter) war indes die erfolgreichste Kanu-Rennsportlerin in Tokyo. Jeweils Gold im K 1 über 200 Meter sowie 500 Meter und im K 2 über 500 Meter, mit Mannschaftskollegin Caitlin Regel, und zusätzlich Rang vier im K 4 über 500 Meter lautete ihre beeindruckende Ausbeute.

 

Mal schauen, wie die kanurennsportliche Bilanz 2024 in Paris aussehen wird – auch für die Schwerinerin Sophie Koch!

 

M.Michels

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